Spiegelungen im Leben
- Jana Knöpfli
- 12. Juni
- 3 Min. Lesezeit
Was das Aussen uns über uns selbst zeigen kann
Ich habe ein Reel auf Social Media gesehen, wo es um das Thema ging, dass in der spirituellen Szene gesagt wird, dass das, was sich in unserem Aussen spiegelt, immer etwas mit uns zu tun hat. Die Person, die das Reel erstellt hat, war der Meinung, dass das toxisch ist und dass wir nicht die Verantwortung für das Verhalten unserer Mitmenschen übernehmen dürfen. Das Thema hat mich beschäftigt und ich denke es ist nicht so schwarz-weiss, wie sie es dargestellt hat. Ein paar meiner Gedanken möchte ich mit dir teilen. Vielleicht helfen sie dir in manchen Situationen, mehr bei dir bleiben zu können und damit schneller deinen Frieden wiederzufinden.

Ich denke, dass diese Spiegelungen, die uns in unserem Leben begegnen, uns zeigen, wo noch etwas in uns selbst damit in Resonanz geht. Das bedeutet nicht, dass wir die äusseren Ereignisse direkt verursachen. Aber unser innerer Zustand beeinflusst, wie wir das Erlebte wahrnehmen und wie wir darauf reagieren.
Wenn ein Verhalten von jemandem eine alte Wunde von uns berührt, reagieren wir oft mit Rückzug, Wut oder dem Gefühl, persönlich angegriffen oder gar bedroht worden zu sein. Dies passiert automatisch und unbewusst und unsere Energie richtet sich dann oft ganz nach aussen. Wir wollen, dass die andere Person ihr Verhalten korrigiert, damit sich unsere Gefühle wieder beruhigen. Meistens geht es dabei aber in Wirklichkeit weniger um die andere Person als um das, was durch sie in uns aktiviert wird.
Wenn wir erkennen, welche Anteile in uns noch nicht integriert sind und noch Schmerz oder Ablehnung tragen, verliert sich oft auch das Bedürfnis nach Reaktion oder Vergeltung im Aussen. Wenn wir diese Anteile sehen und halten können, dann entsteht mehr Neutralität und Klarheit in uns.
Dabei ist es wichtig zu wissen, dass du nicht die Schuld daran trägst, wenn dich etwas im Aussen triggert. Es ist lediglich ein Hinweis darauf, dass sich gespeicherte Emotionen zeigen, die Raum brauchen, um sich zu erlösen. Oft zeigen diese dir auch, welche inneren Themen in dir nach Heilung suchen und wo deine Seele Veränderung und Wachstum ermöglicht. So können diese Spiegelungen im Aussen als Entwicklungsschritt verstanden werden, der dir aufzeigt, wie du zu mehr Frieden und Selbstverständnis kommen kannst.
Du fragst dich jetzt vielleicht, wie du in so einer Situation konkret reagieren kannst. Ein erster Schritt kann sein, das eigene Erleben bewusst auszusprechen, zum Beispiel durch die Frage, ob etwas wirklich so gemeint war. Auch kann es helfen zu sagen, dass du gerade innerlich stark reagierst und später noch einmal darauf zurückkommen möchtest. Ebenso hilfreich ist es, die eigenen Gefühle in solchen Momenten bewusst wahrzunehmen. Manchmal zeigt sich dabei ein Muster, das sich durch verschiedene Lebenssituationen zieht. Manchmal ist es aber auch nur ein starkes Gefühl, das lange nicht gesehen und gefühlt werden durfte.
Mit jeder bewussten Anwendung dieser Schritte entsteht mehr Sicherheit im Umgang mit sich selbst. Dein System lernt, dass deine inneren Signale ernst genommen werden dürfen. Und dadurch entsteht mit der Zeit mehr Klarheit in deiner Reaktion.
Vertraue darauf, dass das alles in einem Rahmen geschieht, der bewältigbar ist, auch wenn es sich oft überfordernd anfühlt. Und wenn du merkst, dass dich diese Gefühle überwältigen oder du nicht genau weisst, wie du mit ihnen umgehen kannst, darfst du dir auch Unterstützung holen. Wir müssen nicht alles allein schaffen und wir dürfen uns selbst die Liebe und Anerkennung geben, die wir uns oft im Aussen wünschen.
Ich glaube wir dürfen dem Leben mehr wie als einem Spiel begegnen als mit dieser Ernsthaftigkeit und diesem Druck, mit dem wir es oft bestreiten. Du spielst mit den Karten, die du gekriegt hast, manchmal bringen sie dir Glück und manchmal zeigen sie dir auf, wo du noch etwas dazu lernen oder verstehen darfst. In diesem Spiel gibt es keine Fehler, sondern nur Erfahrungen. Jeder Moment bietet die Möglichkeit, neu zu wählen, wie du reagierst. Du entscheidest in jedem Moment, welche Karten du legst, welchen Zug du spielst oder ob du eine Runde aussetzt. Du kannst beobachten, welchen Einfluss das auf den weiteren Verlauf des Spieles hat und wenn du merkst, dass du in derselben Situation immer wieder den gleichen Spielzug wählst und auf ein anderes Ergebnis hoffst, dann wird es vielleicht Zeit, einen neuen Zug auszuprobieren und dann wieder zu beobachten, wie sich die Situation verändert.
Ich wünsche mir, dass wir nicht so streng mit uns ins Gericht gehen, dass wir milder mit uns werden, dass wir stolz auf uns sind, wenn wir einen kleinen Fortschritt gemacht haben oder einfach, weil wir uns entschieden haben, die Herausforderung dieses Lebens auf der Erde anzunehmen. Und ich wünsche mir, dass wir wieder mehr Leichtigkeit und Freude verspüren bei dem Spiel des Lebens.
Alles Liebe,





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