Bei dir bleiben in Zeiten von Unklarheit
- Jana Knöpfli
- 24. Feb.
- 4 Min. Lesezeit
Ohne dich zu erklären, zu überfordern oder zu verlieren.

Gerade passiert viel in der äusseren Welt. Dinge, die aufwühlen, die betroffen machen, die vielleicht auch ein Gefühl von Hilflosigkeit oder Machtlosigkeit in dir berühren.
Und gleichzeitig gibt es ein riesiges Angebot an Wegen, wie du „besser“ werden könntest: Nervensystemregulation, entzündungshemmende Ernährung, Hormonbalance. Dazu eine Fülle von Workshops, Vorträgen und Summits – auch im spirituellen Bereich – die dir helfen sollen, dich zu verbinden, anzukommen, dich zu erinnern.
Viele dieser Angebote sind wertvoll. Und doch kann genau diese Vielfalt etwas in uns auslösen: eine feine, oft unbemerkte Botschaft, dass wir noch etwas tun müssten, noch etwas verstehen, noch etwas optimieren – um endlich wieder bei uns anzukommen.
Vielleicht kennst du das: Es fühlt sich manchmal einfacher an, im Aussen nach einem neuen Tool oder einem neuen Impuls zu suchen, als dich hinzusetzen und wirklich zu spüren, was gerade in dir lebendig ist.
Heute möchte ich dich an etwas erinnern, das so schlicht ist, dass der Kopf es oft übersieht: Du musst dich nicht optimieren, um dich zu finden.
Manchmal ist der nächste Schritt nicht „mehr“, sondern weniger. Nicht noch ein Input – sondern ein Moment, in dem du dich wieder hörst.
Der Schlüssel liegt oft im Alltäglichen
Ich habe vor einiger Zeit ein Schweigeseminar besucht. Und rückblickend war das Beeindruckendste nicht ein einzelner Inhalt – sondern etwas viel Feineres:
Danach hatte ich kaum Bedürfnis nach weiterem Input. Da war eine stille Achtsamkeit im Tun, ein tiefer innerer Frieden, den ich nicht mit Podcasts oder neuen Informationen „überdecken“ wollte.
Und ich glaube, genau dort liegt ein Schlüssel, der auch ohne Schweigeseminar zugänglich ist: Frieden ist nicht nur in Auszeiten zu finden. Er ist auch im Alltäglichen da – wenn wir ihn nicht ständig übertönen.
Zum Beispiel im bewussten Wäschezusammenlegen. Im Gehen. Im Abwasch. Im Warten auf das Tram. In diesen unscheinbaren Minuten, die wir oft „füllen“, weil es sich so anfühlt, als müssten wir die Zeit nutzen.
Vielleicht ist die Einladung gerade: dir mehr Nichtstun zu erlauben. Dir zu erlauben, dass dieses „einmalige gratis Angebot“ an dir vorbeiziehen darf. Dass du nicht überall dabei sein musst. Dass du nichts verpasst, wenn du dich stattdessen selber wieder findest.
Zwei Minuten, die alles verändern können
Wie oft hast du dir in letzter Zeit die Möglichkeit gegeben, einfach einmal nichts zu tun?
Zwei Minuten an der Haltestelle nur zu atmen. Menschen zu beobachten. Zu sein.
Und wenn du dich hinsetzt und nach innen lauscht – ganz ohne Ziel:
Wie fühlt sich dein Körper gerade an?
Gibt es irgendwo Anspannung?
Wo ist Weite? Wo Enge? Wo Druck?
Und dann: Was passiert, wenn du diese Enge einfach nur bemerkst – ohne sie wegmachen zu wollen? Wenn du sie hältst, wie man ein Kind hält, das gerade Angst hat – nicht um es zu „reparieren“, sondern um da zu sein.
Oft wird es danach ein wenig ruhiger. Nicht immer spektakulär – aber spürbar. Weil dein System merkt: Ich werde gehört. Ich muss nicht schreien, um Aufmerksamkeit zu bekommen.
Dein Körper ist ein Kompass
Viele von uns sind so daran gewöhnt, dass jemand im Aussen sagt, was gut für uns ist, was die Lösung sein sollte, was „richtig“ wäre – dass wir verlernt haben, auf die eigene Stimme zu hören.
Doch dein Körper weiss.
Egal, um welches Thema es geht: Du kannst fühlen, ob sich etwas in dir zusammenzieht oder ob es sich (auch nur ganz leicht) weitet. Dieser innere Kompass ist da. Manchmal ist er leise, weil wir ihn lange übergangen haben – aber er ist da.
Und ja: Am Anfang kann es sich sogar anstrengend anfühlen, wieder nach innen zu lauschen. Nicht, weil du es falsch machst – sondern weil es ungewohnt ist, nicht sofort im Aussen eine Antwort zu holen.
Eine kleine Übung für die nächsten Tage
Vielleicht hast du Lust, etwas auszuprobieren:
Immer wenn du merkst, dass du gerade etwas tun möchtest, um dich besser zu fühlen – Netflix, Essen, Scrollen, ein Podcast – setz dich vorher für zwei Minuten hin.
Nur atmen.
Nur spüren.
Ohne Aufgabe.
Ohne Ziel.
Und dann prüfe: Will ich es immer noch?
Wenn du danach immer noch Netflix schauen möchtest: Tu es. Ohne schlechtes Gewissen. Und geniesse es bewusst. Und wenn du merkst, dass sich ein anderes Bedürfnis zeigt – Ruhe, Bewegung, Wasser, ein Gespräch, eine Pause – dann ist auch das völlig in Ordnung.
Du bist diejenige, die weiss, was du wirklich brauchst.
Und falls gleich wieder ein neuer Druck auftaucht – „Ich könnte es falsch machen, ich habe wieder nicht daran gedacht, es ist so anstrengend, es richtig zu machen“ – dann atme. Vielleicht geht es gar nicht darum, es richtig zu machen. Vielleicht darfst du mal daran denken und mal nicht. Und beides ist okay.
Wenn du dabei Begleitung möchtest
Manchmal fühlt sich innerer Frieden an wie etwas, das man nur in besonderen Räumen findet – im Rückzug, in Stille, in einem Schweigeseminar. Und doch ist er nicht dort „entstanden“. Er war immer in dir.
Wenn du spürst, dass du dir wünschst, dass jemand diesen inneren Raum mit dir hält – damit du leichter hinein sinken kannst, mit mehr Sicherheit und Vertrauen – dann melde dich gerne bei mir.
Eine Online-Session oder eine gechannelte Klarheitsbotschaft kann dir dabei helfen, diesen Raum im Alltag leichter wiederzufinden – wie eine kleine Erinnerung an diese Stille. Ganz ohne Druck. Nimm nur, was dich zu dir zurückführt.
Und wenn es gerade nicht passt: Nimm einfach diese Erinnerung aus dem Artikel mit. Sie darf auch alleine schon wirken.
Alles Liebe,




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