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Das Geschenk hinter dem Schmerz

Über die tiefe Einladung, dich selbst in Begegnungen zu erkennen.


Ich glaube daran, dass alles, was uns im Alltag begegnet und passiert, etwas mit uns zu tun hat. Und ich möchte das gerne in ein paar Texten genauer erklären. Vielleicht hilft es dir, in gewissen Situationen ruhiger zu bleiben, dich selbst nicht so sehr in Frage zu stellen, mehr Liebe statt Trennung auszusenden – oder es ist einfach ein neuer Blickpunkt, den du so noch nicht gekannt hast.

Möge dieser Text dir so dienen, wie es gerade richtig für dich ist.


Frau in weichem Licht sitzt mit einem Notizbuch und einer Tasse Tee am Fenster, hält eine getrocknete Blume in der Hand. Die Szene strahlt Wärme, Stille und Introspektion aus.
Manchmal zeigen sich unsere tiefsten Wahrheiten in den leisen Momenten – zwischen Tee, Licht und dem Mut, hinzuschauen.

 Heute möchte ich über Begegnungen schreiben – mit Menschen, die uns triggern, verletzen, irritieren, uns wütend machen. Situationen, nach denen wir allen erzählen, wie unerhört sich dieser Mensch verhalten hat und wie sehr wir im Recht waren – und er oder sie nicht.

 

Ich glaube daran, dass jede Begegnung mit einem Menschen, der etwas in uns auslöst, ein Geschenk beinhaltet. Und ich möchte dazu ein Erlebnis aus meinem Leben erzählen.

 

Es war ein gemütlicher Nachmittag in einer warmen Stube bei weichem Licht. Draussen fielen grosse Schneeflocken, und wir sassen zu zweit bei Kuchen und Kaffee. Das Gespräch floss locker; manchmal ging es etwas tiefer, manchmal begleiteten uns lustige Anekdoten. Ich empfand es als anregend und spannend.

Nach etwa zwei Stunden näherten wir uns dem Ende des Austauschs – und mein Gegenüber sagte den Satz:

«Wir können uns halt nicht auf Augenhöhe unterhalten.»

 

Vielleicht kam dieser Satz bei mir härter an, als er gedacht war, denn als ich nachfragte, was genau dahinterstand, bekam ich eine ganz plausible Erklärung, die ich nachvollziehen konnte.

Aber wie so oft bei Momenten, in denen wir uns durch Aussagen oder Reaktionen eines anderen Menschen verletzt fühlen, geht es nicht wirklich um das, was im Jetzt passiert, sondern darum, was diese Situation in uns berührt.

 

Bei mir hat sich ein tiefer, alter Schmerz gezeigt. Eine Seite in mir wurde berührt, die sich danach sehnte, gesehen und anerkannt zu werden. Nicht für Leistung. Nicht für Wissen.

Sondern für das, was ich bin.

 

Habe ich das in diesem Moment erkannt?

Nein. Ich konnte nur wahrnehmen, dass sich das für mich nicht richtig und fair anfühlte.

Erst zu Hause – mit etwas Abstand – konnte ich erkennen, dass ich mich abgelehnt, zurückgewiesen und missverstanden gefühlt hatte.

 

Als er sagte: „Wir können nicht auf Augenhöhe sprechen“, wurde nicht nur etwas in mir verletzt – es wurde etwas Altes aufgerissen: ein Gefühl von nicht ernst genommen werden, nicht dazugehören, falsch verstanden sein. Das kam nicht von jetzt. Es liegt tiefer.

 

Ich glaube fest daran, dass sich uns diese Themen zeigen – nicht, um uns zu quälen, sondern weil wir sie jetzt erlösen können.

Dass unsere Seele alte Muster mit ins Leben bringt, die wir in diesem Leben heilen wollen, weil wir jetzt bereit und stark genug dazu sind.

 

Wenn dieser Satz mich nicht mehr berührt hätte, hätte ich ihn vielleicht einfach stehen lassen können – als Sichtweise meines Gegenübers, ohne dass er etwas in mir ins Wanken bringt. Doch weil es weh tat, durfte ich erkennen, dass noch etwas in mir auf Erlösung wartet.

 

In meinem Fall geht es darum, dass ich mich nicht mehr über andere definiere, sondern mich selbst in meiner Ganzheit erkenne.

 

Immer wenn ich mich ausgeschlossen fühle, wenn ich Angst habe, nicht dazuzugehören, wenn ich mich klein mache oder zurückziehe, dann ist das ein Echo aus früheren Leben, aus der Kindheit, aus kollektiven Feldern.

 

Das Echo ruft:

«Erkennst du jetzt, wie sehr du dir selbst noch nicht ganz vertraust?»

«Erkennst du jetzt, wie du dich anpassen willst, um geliebt zu werden?»

«Erkennst du jetzt, dass du längst dazugehören würdest, wenn du dich nicht ständig selbst zurücknimmst?»

 

Für mich ist dieser schmerzhafte Moment eine Einladung, zu erkennen, wo ich noch Verletzungen in mir trage und zu hinterfragen, ob sie meiner heutigen Wahrheit noch entsprechen.

Und wenn nicht, sie zu entlassen – auszusteigen aus dem alten inneren Vertrag, der gelautet hat: «Du musst anders sein, um dazuzugehören.»

 

Ich bin nicht hier, um ins Bild von anderen zu passen.

Und ich kann verstehen, dass das andere Menschen manchmal herausfordert.

 

Ich glaube daran, dass meine Seele mich durch diese Begegnung daran erinnert hat, Heimat in mir selbst zu finden und dass sie mich immer und immer wieder daran erinnern wird, solange es noch nötig ist und dieser verletzte Teil in mir Heilung sucht.

 

Welche Situation in deinem Leben kommt dir in den Sinn, die dich kürzlich getriggert hat?

Und was könnte das Geschenk dahinter sein?

Bist du bereit, es auszupacken?

 

Wenn du gerade spürst, dass ein altes Thema in dir berührt wurde – aber du alleine nicht weiterkommst – dann begleite ich dich gerne in einer Einzelsitzung dabei, den tieferen Raum dafür zu öffnen und dein eigenes Licht darin wiederzufinden.

 

Möge dieser Text dich erinnern – an das, was in dir schon längst bereit ist, gesehen zu werden.


Alles Liebe,


Unterschrift Jana





Bild: symbolisch, KI-generiert

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