Wie viele Reize braucht es in deiner Inneneinrichtung, damit du dich wohlfühlst?
- Jana Knöpfli
- 5. Nov. 2023
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 5. Dez. 2023
Wir nehmen ständig unsere Umgebung wahr, sei es bewusst oder unbewusst, und diese Wahrnehmungen beeinflussen unsere Gefühle, Emotionen und Verhaltensweisen. Daher ist es sinnvoll, nicht nur darüber nachzudenken, welchen Reizen wir uns aussetzen möchten, sondern auch in welchem Ausmass.
In diesem Artikel werde ich darauf eingehen, wie viele Reize wir gemäss der Wohnpsychologie brauchen, um uns ein angenehmes Wohnumfeld zu schaffen und wieso das so ist.

Bei welchem Reizniveau in unserer Raumgestaltung fühlen wir uns wohl?
Ein mittleres Reizniveau wird als angenehm empfunden. Bei zu vielen Reizen fühlen wir uns schnell überfordert, können uns dadurch nicht gut entspannen und erholen, was zu Stress führen kann. Aber auch zu wenige Reize in der Inneneinrichtung können Unbehagen verursachen und ebenfalls Stresssymptome auslösen.
Hintergrund unseres bevorzugten Reisniveaus:
Obwohl wir heute etwa 90% unserer Zeit in geschlossenen Räumen verbringen, funktioniert unser Körper immer noch weitgehend so, wie er es sich aus dem Leben aus der Natur gewohnt ist. Unsere Wahrnehmung, Sinne und somit unser Denken und Fühlen haben sich an die natürliche Umgebung angepasst. Um in der Natur zu überleben, mussten wir unsere Umgebung ständig beobachten und einschätzen, ob sie sicher oder gefährlich ist. Das bedeutet, dass wir auch heute noch unbewusst auf Reize reagieren, um uns an verschiedene Situationen anzupassen.
Die Natur bietet uns in der Regel ein ausgewogenes Mass an Reizen, ohne Überstimulation oder Langeweile. Dieses mittlere Reizniveau, das in der Natur vorkommt, können wir am besten verarbeiten, da es uns über Tausende von Jahren so geformt hat.
Wie kannst du das in deinem Zuhause anwenden?
Zimmerpflanzen: Das Wissen darüber, dass wir in der Natur am leistungsfähigsten sind und uns dort am besten erholen können, können wir mithilfe von Zimmerpflanzen in unseren Wohnräumen nutzen, um das Reizniveau zu regulieren und so für eine angenehme Atmosphäre zu sorgen.
Dekoration: Dekorationsgegenstände wie Vasen, Kerzen, Bilder und Kissen können den Wohnraum gemütlicher gestalten und damit verhindern, dass er unwohnlich und kahl wirkt. Versuche eine gute Balance zu finden, wie viele Dekorationsartikel du verwendest, damit der Raum nicht überladen wirkt und damit zu einer Überreizung führt.
Anordnung: Verteile Gegenstände und Möbel im Raum harmonisch, um eine Ausgewogenheit zu erschaffen. Hast du beispielsweise an einer Wand einen schweren Schrank platziert, dann kannst du an der gegenüberliegenden Wand mit einem grossen Bild ein Gleichgewicht schaffst. Dies bringt Ruhe und Harmonie in den Raum.
Kontraste: Um Langeweile und damit einen reizarmen Raum zu vermeiden, kannst du mit Gegensätzen arbeiten. Hast du zum Beispiel viele helle Möbel, kannst du bewusst mit einer starken Farbe einen Gegenpol schaffen, oder bei vielen runden Gegenständen, mit einem kantigen Dekorationselement einen Akzent setzten.
Raumfunktion: Passe das Reizniveau an die Funktion des Raumes an, sei es ein Raum in dem eher Aktivitäten oder eher Entspannung stattfindet. In deinem Schlafzimmer kann es helfen, wenn du weniger und eher zurückhaltenden Reizen ausgesetzt bist, so dass du zur Ruhe kommen kannst.
.... Diese (Sinnesreize) beeinflussen - grossteils ohne dass wir und dessen bewusst sind - nicht nur unsere aktuelle Befindlichkeit, sondern unser gesamtes neuronales und kognitives System (Nervensystem und Gehirn) und damit unsere Gefühle, Gedanken und Einstellungen, unsere Handlungen und unser Verhalten insgesamt. - Harald Deinsberger-Deinsweger
Hast du das Gefühl, dass du zu vielen Reizen ausgesetzt bist und dich deshalb nicht entspannen und erholen kannst? Lies weiter, um vier Tipps zur Reduzierung von Reizen in deiner Wohnumgebung zu erhalten.
4 Tipps zur Reduzierung von Reizen in deiner Inneneinrichtung:
1. Ordnung: In einer strukturierten, organisierten Umgebung fällt es uns leichter uns zurecht zu finden, uns zu entspannen und sie wirkt ästhetisch ansprechender.
2. Farben: Verwende sanfte, neutrale und helle Farben in der Einrichtung, um eine beruhigende Atmosphäre zu schaffen.
3. Licht: Nutze verschiedene, weiche und warme Lichtquellen im Raum anstelle einer einzelnen, grellen Deckenbeleuchtung, um Überstimulation zu reduzieren.
4. Lärmschutz: Textilien wie Vorhänge, textile Raumtrenner oder Akustikpaneelen können die Raumakustik verbessern und Lärm reduzieren.
Was wir als angenehm empfinden, hängt von unseren persönlichen Erfahrungen, Tageszeit, Vorlieben und der aktuellen Lebenssituation ab. Somit kann es zum Beispiel einen Einfluss haben, wie viel Stress du gerade in deinem Leben erfährst. Falls du unsicher bist, was für dich die richtige Menge an Reizen ist, probiere es einfach für ein paar Wochen aus und passe es entsprechend wieder an, wenn es sich noch nicht stimmig für dich anfühlt.
Alles Liebe,




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